Ich muss Tina Halberschmidt vom Zebrablog uneingeschränkt Recht geben: „ Fußball ist nicht das Wichtigste. Es ist absolut nebensächlich. Nicht weiter erwähnenswert. Fußball verkommt zur Lächerlichkeit. An Tagen wie diesem.“
Ich bin zu tiefst erschüttert von dieser unfassbaren Tragödie, die sich bei der Loveparade in Duisburg abgespielt hat. Mein Mitgefühl und meine Gedanken sind bei den Hinterbliebenen der Opfer. Aber auch bei den vielen jungen Menschen die in dieser Zeit im Tunnel der Karl-Jarres-Straße waren und diesen Tag in meiner Heimatstadt sicherlich niemals vergessen werden.
Ich persönlich war nicht bei der Loveparade, doch habe ich noch kurz vor dem schrecklichen Ereignis mit dem Gedanken gespielt, zumindest mal ein wenig zu schauen. Es kommt halt nicht alle Tage in Duisburg vor, dass man ein solch großes Ereignis direkt vor der Haustüre hat. Im Garten erreichte mich dann durch das Radio die erschreckende Nachricht von zuerst 10 Toten bei einer Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg. Heute, einen Tag nach der Loveparade sind es bereits 19 zum Teil noch junge Menschen, die ihr Leben lassen mussten. Aber warum?
Hinterher weiß man ja bekanntlich immer mehr, doch in diesem tragischen Fall behaupte ich, dass viele Duisburger, die die örtlichen Bedingungen kannten, an diesem Tag ein komisches Gefühl in der Magengegend hatten.
Eine von mir persönlich wahrgenommene Chronik der Tragödie:
Wenige Monate vor der Loveparade stellt die Stadt Duisburg fest, dass sie gar nicht das nötige Geld für eine solch große Veranstaltung hat. (Duisburg ist bereits seit Jahren pleite!)
Viele Wochen steht die Loveparade auf der Kippe.
Ein Sponsor für die Loveparade wird kurzfristig aus dem Hut gezaubert.
Ein Gelände für die Loveparade wird gefunden. Der alte Güterbahnhof, der ja schon für so manch andere Idee erhalten musste.
3 Wochen vor der Loveparade, macht der alte Güterbahnhof nicht den Eindruck, dass hier eine Großveranstaltung stattfinden soll.
Wenn man die Presseberichte im Vorfeld zur Veranstaltung verfolgt, bekommt man nicht den Eindruck, dass die Verantwortlichen sich viele Gedanken zur Loveparade gemacht haben. (widersprüchliche Angaben zum Fassungsvermögen des alten Güterbahnhofes, der Hauptbahnhof soll gar nicht in der Lage sein, die Massen an Menschen zu beherrschen, scheinbar nur ein Eingang zum Veranstaltungsort)